Leben mit Der Diabetischen Katze

Für eine erfolgreiche Therapie des Diabetes Ihrer Katze ist es essenziell, nach dem Therapiebeginn regelmäßig Kontrollen durchzuführen. Nachfolgend haben wir hilfreiche Informationen für Sie zusammengestellt, die Ihnen helfen mit der Erkrankung Ihrer Katze bestmöglich umzugehen.

KLINISCHE SYMPTOME + GEWICHTSKONTROLLEN

Sie können während der Therapie täglich darauf achten, ob Ihre Katze noch die typischen Symptome eines Diabetes zeigt und dies in einem Protokoll notieren.

Auch das Körpergewicht Ihrer Katze ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, da dies bei guter Einstellung wieder zunehmen bzw. zumindest stabil bleiben sollte (außer Sie führen eine gezielte Gewichtsreduktion durch). 

Wiegen Sie Ihre Katze daher regelmäßig, um zu sehen, ob sie zu- oder abnimmt und gegebenenfalls, ob Ihr Fütterungsmanagement Wirkung zeigt (Gewichtsreduktion). Dies können Sie zu Hause am einfachsten durchführen, indem Sie sich auf Ihrer Personenwaage einmal mit und einmal ohne Katze wiegen. Errechnen Sie danach das Gewicht Ihrer Katze durch einfache Subtraktion und halten Sie es schriftlich fest.

UNTERSUCHUNGEN BEIM TIERARZT

Ihr behandelnder Tierarzt wird Sie nach der Einführung in die Therapie wieder in die Praxis einbestellen, um den Erfolg zu überprüfen und eine Anpassung der Therapie vorzunehmen. Meist erfolgt dies innerhalb der ersten 1-2 Wochen, denn die Wirkung des Insulins kann nach frühestens 5 Tagen beurteilt werden. Es kann jedoch hilfreich sein, bereits vorher die Blutzuckerwerte zum Zeitpunkt der stärksten Wirkung des Insulins zu überprüfen.

Hierbei hilft auch Ihre Einschätzung zur Entwicklung der klinischen Symptome enorm. Bringen Sie daher am besten Ihre Aufzeichnungen für Ihren Tierarzt mit.

Generell erfolgen die Kontrollen über die gleichen Parameter wie die Diagnose. Am aussagekräftigsten ist die Messung der Blutglukose, insbesondere wenn deren Verlauf über das gesamte Injektionsintervall von 12 Stunden angeschaut wird (sog. Tagesprofil). Auch die Messung von Fruktosamin kann eine wichtige Hilfestellung in der Therapieeinstellung sein, ist aber ungenauer als die Blutglukose-Messung.

HOME MONITORING - BLUTZUCKERMESSUNG

Eine wichtige Rolle kommt hier der Blutglukose zu. Mit etwas Übung ist auch eine Blutglukose-Messung zu Hause möglich, wodurch der Stress in der Tierarztpraxis vermieden werden kann.

Da Sie auf diese Wiese die bestmögliche Diabetes-Einstellung Ihrer Katze unterstützen können, ist diese Form der Therapieüberwachung sehr zu empfehlen. Ideal ist dazu ein sogenanntes Tagesprofil geeignet, bei dem an mehreren Zeitpunkten (etwa alle 2 Stunden) über ein Injektionsintervall Messungen durchgeführt werden.

Nach jeder Dosisänderung sollte etwa eine Woche gewartet werden, bis die Wirkung beurteilt wird. Sobald Sie sich mit den Insulin-Injektionen sicher fühlen, empfehlen wir Ihnen daher, sich bei Ihrem Tierarzt die Durchführung erklären und zeigen zu lassen.

Durch die Messung zu Hause werden also präzisere Messwerte erhoben, wodurch eine bessere Beurteilung des Therapieerfolgs möglich ist. Durch die regelmäßigen Kontrollen wird auch die Gefahr einer Hypoglykämie deutlich verringert.

Die Blutzuckermessung bei der Katze zuhause ist mit ähnlichen Geräten wie bei der Messung beim Menschen möglich, sogenannten Glukometern. Hierbei bedarf es lediglich eines kleinen Blutstropfens der Katze, die meist am Ohr der Katze entnommen werden. Mit Hilfe dieser Blutprobe kann eine sofortige Messung des Blutzuckerspiegels vorgenommen und unmittelbar Ergebnisse abgelesen werden.

1. Vorbereitung des Messgerätes

Es sind verschiedene validierte Blutzuckermessgeräte (sog. Glukometer)
speziell für Tiere erhältlich, die eine zuverlässige Methode zur Messung der
Blutglukose zu Hause bieten. Sie benötigen meist nur sehr geringe Mengen
Blut (kleiner Blutstropfen), wodurch sie sehr einfach angewendet werden
können.  Vor der Messung ist das Einlegen eines Messstreifens erforderlich, mit dem
der Blutstropfen „aufgefangen“ wird.

Bereiten Sie das Glukometer immer VOR der Punktion vor.

2. Vorbereitung der Messung
Zur Gewöhnung Ihrer Katze an die Blutentnahme ist es hilfreich, eine Routine dafür einzuführen, indem dies z.B. immer am selben Ort stattfindet. Dies sollte mit positiven Erfahrungen verknüpft werden, z.B. durch Gabe von (Diabetes-geeigneten) Leckerlis oder Streicheleinheiten. Dadurch gewöhnen sich die meisten Katzen sehr schnell an das Prozedere. Die Punktion erfolgt bei Katzen am Ohr (s. Abb.) oder den Pfotenballen. Vor der Blutentnahme am Ohr kann dessen Blutfluss durch leichtes Reiben der Ohrmuschel erhöht werden.


3. Blutentnahme und Messung

Für die Gewinnung eines Blutstropfens wird eine feine Stechhilfe oder eine Lanzette genutzt, die sehr einfach, sicher und vor allem nahezu schmerzfrei eingesetzt werden können.

Verwenden Sie diese möglichst nur einmal, damit sie nicht stumpf werden. Legen Sie bei der Verwendung ein Wattepad o.ä. von der Gegenseite unter und knicken Sie das Ohr nicht ab, um den Blutfluss zu gewährleisten. Es wird lediglich ein kleiner Tropfen Blut benötigt, welchen Sie durch die Punktion oder durch leichtes Anritzen des Ohres innerhalb weniger Sekunden gewinnen können.

Um dies zu fördern sollte der Blutfluss am Ohr (s. Abb. links: Markierung) oder dem Ballen leicht gestaut werden bzw. durch sanften Druck Richtung Einstichstelle herausgedrückt werden.

Bitte achten Sie darauf, dass der Messbereich vollständig mit Blut gefüllt ist, bevor Sie den Messwert ablesen.

4. Dokumentation und Auswertung

Nachdem Sie die Blutzuckermessung bei Ihrer Katze abgeschlossen haben und die Messwerte genommen haben, empfiehlt es sich diese in eine sog. Bkutzuckermesskurve einzutragen (siehe auch Service). Bei regelmäßiger Dokumentation der Werte lassen sich Tagesprofile erstellen, die Sie beim nächsten Termin mit Ihrem Tierarzt besprechen können. Diese Methode eigenet sich hervorragend zur langfristigen Kontrolle der Diabeteserkrankung Ihrer Katze.

HIER gelangen Sie direkt zu unserem praktischenTagesprofil-Tool!